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Neuer Ambri VR auf Wiedergutmachung Besuch in Uri

Von André Sägesser

Seit den 50er Jahren pilgern zuerst die Urner und nach und nach die Innerschweizer und in den letzten Jahren vermehrt Fans aus allen andern Deutschschweizer Kantonen an die Hockeyspiele des HC Ambri-Piotta. Gemäss einer aktuellen Statistik des HCAP von der Saison 25-26 gehen von den 5400 Saisonabos rund 1200 (23%) in die Deutschschweiz. Von den 187 Sponsoren, die die Biancoblù unterstützen sind gerade Mal 32 die nicht aus dem Tessin kommen. Von denen stammen in der abgelaufenen Saison sechs aus der Innerschweiz. Ein ähnlicher Vergleich gibt es bei den Ambri Aktien. 13% kommen aus der gesamten Deutschschweiz. Ergo, der HCAP hat in den letzten Jahren unter der Ägide des mittlerweile zum Ehrenpräsidenten ernannten Filippo Lombardi die Ambri Fans diesseits des Gotthards mehr als nur vernachlässigt. Seit 2 Monaten unter der Führung des neuen VR-Präsidenten Davide Mottis und seiner neuen Crew weht nun in der Leventina wieder eine starke Brise. Das ist auch bitter nötig, hatte doch der scheidende Präsident sein Hauptaugenmerk für sein Ambri auf das Tessin ausgelegt. Dies soll sich nun wieder ändern. Zu diesen Anlass hatten die neuen Verantwortlichen des HC Ambri-Piotta die Mitglieder des Donatoren Clubs, des 100 Plus Club Gotthard Nord sowie der Deutschschweizer Fanclubs des HCAP und Ambri Sympathisanten nach Altdorf eingeladen. Gekommen waren über 160 Fans um am «Meet the Board» den Ausführungen der neuen Strategie des Clubs beizuwohnen. Die drei VR-Mitglieder Davide Mottis (Präsident), Patrick Albisetti und Angelo Geninazzi sowie Ronny Hurni (Sponsoring & Hospitality) stellten den Anwesenden die neue Strategie und Marschrichtung vor, wie der 89-jährige Traditionsverein in die Zukunft gehen muss. Erarbeitet wurde seitens des VRs ein 20-seitiges Strategiepapier «HCAP 2030» niedergeschrieben mit Zielen, Strategien, Massnahmen und einem mehrjährigen Plan mit messbaren finanziellen Zielen, um dem Tessiner Traditionsclub das Überleben zu sichern. Ein Hauptpunkt des Papiers ist auch das bedingungslose Versprechen des neuen Verwaltungsrates, eine konkurrenzfähige Mannschaft aufs Eis zu schicken und für alle Fans ennet dem Gotthard äusserst wichtig, das Zurückgewinnen der Deutschschweizer Ambri Tifosi und die Stärkung der Zentral- und Deutschschweiz in Sachen Sponsoring. Einige Hauptziele stelle Davide Mottis für die kommenden Jahre bis 2030 näher vor. Natürlich geht es da hauptsächlich ums Geld, denn man will eine langfristige Finanz- und Liquiditätsstabilität des Vereins und in weiteren Schritten eine professionelle und attraktive Unternehmensstruktur für Mitarbeiter und Partner einführen und den Schuldenabbau vorantreiben. Denn immer noch stehen die Leventiner nach der Corona Zeit beim BASPO in ziemlich der Kreide. Die Grundvoraussetzung den HCAP aus den roten Zahlen zu bekommen ist eine aktuell die laufende Kapitalerhöhung, die rund 5 Millionen einbringen soll. Wie vom neuen Verwaltungsrat am Anlass angekündigt, können Interessierte das Zeichnungsformular in deutscher Sprache für den Erwerb von neuen Namensaktien der Hockey Club Ambrì-Piotta SA beim Donatoren Club (www.dc-hcap.ch) ab sofort anfordern und so Ambri unterstützen. Die anderen Baustellen, welche die neue Führung anpacken muss, ist eine Neuausrichtung der Gastronomie, ein neues Konzept für das Merchandising, die Neulancierung der Sponsorensuche in der Deutschschweiz sowie die Überarbeitung des Eventkonzepts. Auch fertig soll es mit «wursteln» sein. Denn in Ambri hatte man in vergangener Zeit viele gute Leute vergrault. Das trifft den Kern einer undurchsichtigen Organisation ziemlich genau. Wenn diese strukturellen Pfeiler stehen, entsteht ein stabiler Rahmen, in die rund 50 Vollzeitangestellten und 125 Spielerinnen und Spieler des HCAP effizient arbeiten können, ohne auszubrennen. Wertschätzung gegenüber dem Personal steht neu an vorderster Front. Abschliessend sprach Davide Mottis von vier Themenbereichen die künftig für den Verein von zentraler Bedeutung sind: Eine hohe Glaubwürdigkeit bei Banken, Kunden, Lieferanten, Investoren und der Öffentlichkeit. Wichtig ist auch das Ausweisen von einer Eigenkapitalquote von über 50 Prozent der Bilanzsumme und eine die finanzielle Stabilität. Ein grosses Ziel ist es, unabhängig von periodischen sportlichen Ergebnissen soll das Unternehmen HCAP erstmals seit seiner Gründung 1937 in der Lage sein, seine unternehmerische Zukunft zu planen. Der Präsident machte in seiner Dankesrede Werbung in eigener Sache. Sein grosses Ziel ist es den Verwaltungsrat um 1-2 Mitglieder aus der Deutschschweiz zu komplimentieren.

Ambri Sportabteilung unter neuer Führung

Bereits vor einigen Wochen hatte in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz Lars Weibel als noch inoffizieller aber ab dem 1. Juni offizieller neuer Sportchef seine Visionen und sein Konzept vorgestellt. Nun hat auch der Verwaltungsrat die Kompetenzen des Sportchefs geregelt. Der Schwyzer übernimmt eine Funktion mit Budgetverantwortung und grosser sportlicher Unabhängigkeit. Die DNA des Unternehmens deckt sich mit der sportlichen Philosophie die Lars Weibel definiert hat, wonach das Team über allem steht. Dieser Ansatz ist bereits Ende der vergangenen Saison unter seinem installierten Trainer Jussi Tapola erkennbar gewesen. Für die nächste Saison strebt Ambri eine Stabilisierung an, die folgenden zwei Jahre ein Neuanfang. Zu ersetzen gibt es in den kommenden Saison diverse ältere Spieler. Ab 2029/2030 soll das Team ein Playoff-Anwärter sein. Mehr Ressourcen für die 1. Mannschaft sind ab 2028/2029 vorgesehen.

Dauerbrenner Gastro und Ticketing

Der Verein möchte nicht nur sportlich ein neues Kapitel aufschlagen, sondern auch wirtschaftlich. Die traditionellen Werte sollen bewahrt und zugleich von einem zukunftsorientierten Unternehmen getragen werden. Gleichzeitiges Vertrauen in Entscheidungen und Transparenz in der Kommunikation und ein HCAP, der für den Erfolg bereit ist. Das bedeutet, ein attraktives und nachhaltiges Profisport-Unternehmen, welches Ehrgeiz, Identität, Disziplin und Emotionen vereint. Der letzte Höhepunkt des Abends war der Fragestunde an die Ambri Führung vorbehalten. Donatoren Präsident Michael Gisler und Ehrenpräsident Beat Musch stellten die Fragen, welche die Teilnehmenden im Vorfeld der Veranstaltung platzieren konnten. Im Ranking standen da Fragen rund um den Gastrobetrieb, das Ticketing und die Aktienzeichnung in dieser Reihenfolge zuoberst. VR-Mitglied Angelo Geninazzi beantwortete nach besten Wissen und Gewissen die brennenden Fragen und versprühte mit seiner lockeren, aber bestimmten Art so etwas wie eine Aufbruchstimmung in Ambri. Zum Abschluss des «Meet the Boards» informierte er die Fangemeinde schon jetzt sich den 29. August rot anzustreichen. An diesem Samstag findet nicht nur die GV der HCAP SA statt, sondern auch die traditionelle Spielerpräsentation.





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